Ich bin seit mehr als zehn Jahren Kunde bei Amazon und auch schon seit etlichen Jahren Prime-Kunde. Ich war mit dem Service stets zufrieden.
Am 30. Juni 2020 erhielt ich zwei Kaufbestätigungen von Amazon. Ich vermutete zunächst, dass es sich dabei Phishing-Mails handelte und verifizierte die Echtheit. Ich änderte sofort mein Passwort und meldete mich ebenfalls sofort bei Amazon, worauf mein Konto unverzüglich gesperrt wurde.
Meine Hoffnung auf baldige Entsperrung nach Passwortänderung erfüllte sich nicht. Es folgten zwei Monate, in denen ich mich mindestens zehnmal telefonisch an den Amazon-Service wandte. Die Damen und Herren am Service-Telefon waren ausnahmslos freundliche und geduldige Ansprechpartner, die stets Verständnis für meinen Wunsch einer baldigen Freischaltung meines Kontos hatten und auch darüber erstaunt waren, warum es bei meinem Konto so lange dauert. Ich habe stets der Aufzeichnung dieser Gespräche zugestimmt.
Auf die Besttätigungs-E-Mail, dass man mein Anliegen an die dafür zuständige Stelle weiterreichen werde, erfolgte zumeist keine Reaktion des 2nd-Level-Supports, worauf ich mich erneut an das Service-Telefon wandte. So ging das mehrmals ohne ein Ergebnis.
Als sich der Kontospezialist per E-Mail bei mir meldete, teilte er mit, dass es wiederholt Angriffe auf mein Konto gegeben habe, nicht aber, ob des den Angreifern gelungen ist, auf mein Konto zuzugreifen.
Ich teilte mit, dass ich selber aus Ungeduld mehrfach versucht habe, mich auf meinem Amazon-Konto einzuloggen. Darauf wurde vonseiten des Kontospezialisten nicht eingegangen.
Zudem vermutete er, dass ich einfache Passwörter verwende. Ich verwende ausschließlich kryptische Passwörter mit mindestens acht Stellen sowie Ziffern, Sonderzeichen, Groß- und Kleinbuchstaben.
Auch hielt er es für möglich, dass ich auf Phishing-Mails geantwortet und dadurch mein Passwort preisgegeben habe. Dies schließe ich gänzlich aus.
Weiterhin hielt es Ihr Kontospezialist für möglich, dass sich auf meinem PC-Malware befände, die meine Tastenanschläge „mitliest“ und weitergibt. Auch das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich habe meinen PC mit mehreren Virenscannern nacheinander geprüft. Wenn sich eine solche Malware auf dem Rechner befände, hätte ich auch bei anderen Plattformen Probleme mit unerlaubten Kontozugriffen.
Vielmehr vermute ich, dass meine E-Mail-Adresse mit zugehörigem Passwort bei einem oder mehreren Hacks bei anderen Plattformen bekannt wurde. Hierbei kann ich nicht ausschließen, dass ich bei einer der gehackten Plattformen dasselbe Passwort benutzt habe, wie bei meinem Amazon-Konto. Allein beim Datenleck „Collection #1“ wurden über 770 Millionen E-Mail-Adressen gestohlen.
Ich fragte den Kontospezialisten, warum mein Konto nach Passwortänderung und der Zusage einer zukünftigen Zwei-Wege-Authentifizierung nicht sicher sei. Auch darauf bekam ich keine Antwort.
Ich wurde lediglich aufgefordert, ein neues Konto bei Amazon zu eröffnen. Ich teilte dem Kontospezialisten mit, dass das für mich nicht infrage komme, da ich im Garantiefall Zugriff auf meine Einkäufe benötige. Die Einrichtung eines neuen Kontos lehnte ich daher in meinen Antwort-E-Mails kategorisch ab.
Die Daten über meine Käufe stünden mir bei einem neuen Konto nicht mehr zur Verfügung. Ich habe mich stets darauf verlassen, dass ich jederzeit die Rechnungen meiner bei Amazon erworbenen Produkte online zur Verfügung habe.
Mein Kindle, Amazon-Fire-Stick sowie mein Echo sind ohne Amazon-Konto wertlos. Schade drum.
Ich lehne trotzdem nach wie vor die Einrichtung eines neuen Amazon-Kontos ab. Wenn Sie mich weiterhin als Kunden behalten möchten, bitte ich um Wiederherstellung meines bisherigen Kontos. Ansonsten tut es mir sehr leid, da ich bisher mit Ihren Dienstleistungen sehr zufrieden war.
Mein Konto war vom 30. Juni 2020 bis 29. August 2020 gesperrt. Meine letzte E-Mail an dem Amazon Kontospezialisten war von verständlicher Ungeduld geprägt und daher nicht mehr sehr höflich, worauf mein Konto am 29.08.2020 geschlossen wurde. Ich empfinde das als kleinen Racheakt Ihres Kontospezialisten.
Ich frage mich nur, wie mit den anderen 770 Millionen gestohlenen E-Mail-Adressen umgegangen wird. Einige Millionen dieser E-Mail-Adressen werden sehr wahrscheinlich auch als Kontonamen bei Amazon verwendet. Sind diese Kontonamen noch sicher? Falls das bejaht wird, ist mein Konto nach Passwortänderung und Zwei-Wege-Authentifizierung ebenfalls sicher.
Ich würde mir wünschen, dass ,ein Konto wiederhergestellt wird.
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