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Deutsche Bahn - Bahnreisende schutzlos Fußballrowdies ausgeliefert - Sicherheitsgefährdung

Ungelöst
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15 Mai 2022
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Meine Kollegin und ich fuhren gestern, Samstag, 14.05. 2022 mit dem Regionalzug RE 70 die Strecke München - Lindau (Abfahrt München: 19.21 Uhr). Der Zug war voll, manche Passagiere fanden keinen Sitzplatz, meine Kollegin und ich hatten das Glück, einen Sitzplatz zu finden. So weit so gut.
Nach ca. 2-3 Haltestellen stieg eine größere Gruppe von jugendlichen Fußballfans zu, die sich im Laufe der Weiterfahrt über die Zugwagons verteilte. In unserem Wagon ließ sich dann eine Gruppe von 8 bis 10 Jugendlichen nieder, zuerst im Gang stehend, später sitzend. Sie standen sichtlich unter Alkoholeinfluß, jeder hatte eine Bierflasche in der Hand, sie prosteten sich partymäßig immer wieder unter viel Gejohle zu. Die Bierkiste für Nachschub stand bereit. Bierdeckel flogen durch die Luft. Füße auf den Sesseln. Sie röhrten eins ums andere mal aus vollem Halse, skandierten ohne Unterlass Fußballparolen, sangen Trink- und Partylieder, klatschten ohrenbetäubend mit, hämmerten mit aller Wucht im Takt gegen Sessel, die Wände und die besonders geräuschergiebigen abgeklebten Fensterscheiben. Masken waren sowieso kein Thema. Es war ein Trink- und Saufgelage, wie ich es auf dem Fußballplatz unter freiem Himmel tolerieren würde, aber sicher nicht in einem öffentlichen Nahverkehrszug, in dem sich viele andere Passagiere auf engem Raum befinden. In den anderen Wagons befanden sich ebenfalls Fußballfans, die sich jedoch gemäßigter verhielten. Meine Kollegin und ich fühlten uns diesem rücksichtslosen, überlauten und provozierendem Treiben schutzlos ausgeliefert. Einen einzigen jungen Mann in Lederhose konnte ich beobachten, der den Mut aufbrachte, zu den Jugendlichen ging und sie anständig und ruhig aufforderte, ruhiger zu sein. Er wurde nur provozierend angepöbelt, und dieser, um eine Eskalation zu vermeiden, sich ruhig wieder an seinen Platz zurückzog.
Die Durchsagen im Zug, die vor dem Zustieg der Jugendlichen schon leise waren, waren gar nicht mehr zu hören. Ein Mitreisender in unserem Wagon hat dadurch überhört, dass ein Teil des Zuges abgekoppelt wurde und er sich eben im falschen Teil des Zuges befand und er ungewollt in eine falsche Richtung weitergefahren war.
Meine Kollegin und ich hofften auf die Security, die sich offensichtlich nicht im Zug befand. Auch kein Kontrolleur. Wir hofften dann auf einen Zustieg einer Security in Kempten, musste doch der DBB bekannt sein, dass Samstag abend nach einem Fußballspiel die Notwendigkeit sicher gegeben ist. Nichts passierte, wie auch? Es war ja auch niemand Zuständiger da, der etwas unternehmen hätte können oder wollen. Wir waren komplett diesen sich nach Herzenslust austobenden, alkoholisierten Jugendlichen Fußballfans ausgeliefert. Dies über annähernd zwei Stunden!
Nach Kempten machte ich mich auf den Weg zum Zugführer. Es war unerträglich und ich wollte etwas unternehmen. Ich hatte nicht den Mut, die Jugendlichen direkt zu einem gemäßigteren Verhalten aufzufordern. Ich wollte ihn bitten, er möge die nächste Station informieren, damit dort eine Security in den Zug zusteigen möge und angemessene Schritte setzen könnte. Dies sicherte mir der Zugführer höflich zu.
Beim nächsten Halt sahen wir zwar zwei Securities am Bahnsteig gehen, keiner davon betrat jedoch den Zug (soweit ich das sehen konnte) und der Zug fuhr los, ohne dass das geringste unternommen worden war, was die Situation in unserem Wagen betrifft. Einige der alkoholisierten Jugendlichen (der lauteste und jüngste davon schaute sehr jung aus, ca. 14-15 J), waren in Kempten ausgestiegen, was dadurch zu einer gewissen Erleichterung führte.
Ich war sehr enttäuscht, dass nichts unternommen wurde! Wir fühlten uns sehr im Stich gelassen und ausgeliefert. Ich setzte mich resigniert in das angrenzende Kinderabteil, das inzwischen freie Plätze hatte. Nach einer Weile kam ein Fahrkarten-Kontrolleur, dem ich die belastende und sicherheitsgefährdende Situation aus meiner Sicht kurz schilderte. Er äußerte Verständnis, war diesem Treiben aber augenscheinlich ebenfalls machtlos unterworfen. Ein Mann, der meine Äußerung dem Kontrolleur gegenüber mithörte, griff mich darauf hin verbal an. Er warf mir vor, wie unverantwortlich es von mir war, den Zugfahrer so lange durch mein Geschwätz von seiner Aufgabe als Zuführer abgehalten zu haben (er behauptete mein "Schwätzchen" dauerte 4 - 5 Minuten und dass ich so einen Unfall provoziert hätte). Mein Gespräch mit dem Zugführer dauerte meiner Wahrnehmung nach ca. 30 Sekunden, nicht länger. Der Mann sagte dann von sich aus, dass er das sehr wohl besser wisse als ich, wie lange das gedauert habe, er sei schließlich neben dem Zugführer gesessen, als ich vorne bei ihm geklopft hatte und meine Bitte nach Security äußerte. Also offensichtlich im Führerabteil. An dieser Stelle sei meine Frage erlaubt: Seine tiefsinnigen (Fußball-) Gespräche lenkte den Zugführer wohl nicht ab? Der Mann (und sein Kollege, der daneben saß) waren offensichtlich Teil dieser eingeschworenen Fußballfamilie. Leider habe ich den begründeten Eindruck gewonnen, dass auch die Mitarbeiter der DBB in diese "Familie" mit eingeflochten sind, und ihre Pflichten gegenüber den anderen Fahrgästen und ihr Bedürfnis und Recht nach Sicherheit und verhältnismäßiger Ruhe sträflichst vernachlässigt haben. Nicht zuletzt ist dieses Wegschauen, Ignorieren und Verharmlosen von Seiten der DBB für diese Jugendlichen eine Ermutigung, sich beim nächsten Fußballspiel in gleicher Weise unkontrolliert und rücksichtslos zu verhalten.
Dieser Fußball-(fan) oder -funktionär (er und sein Kollege hatten ein offizielles Namensschild umhängen und waren bestens über das Fußballspiel informiert) versuchte mich bewusst und gezielt einzuschüchtern, und fand damit sowohl bei seinem Kollegen als auch bei einem weiteren mitreisenden Mann (wohl ebenfalls Fußballfan) einvernehmliche Unterstützung. Sein Kollege meinte dann beschwichtigend, "wir sollen beide mal runterfahren". Ich verließ bald darauf das Kinderabteil und setzte mich verärgert und auch schockiert über diese Verbalattacke wieder an meinen alten Platz. In Lindau konnten ich und meine Kollegin endlich geschafft den Zug verlassen.
Ich möchte Sie bitten, zu diesem Vorfall ausführlich Stellung zu nehmen. Insbesondere interessiert mich, ob in den DBB kein Alkoholverbot in den öffentlichen Zügen herrscht? Warum befindet sich am Samstag abend nach einem Spiel Augsburg gegen ? nicht standardmäßig eine Security? Dies gestern war doch sicherlich nicht das erste mal, dass Fußballfans in größeren Mengen ihre Heimreise mit dem Zug zu erwarten waren? Dies war vorauszusehen. Zu erwarten war auch, dass nach langer coronabedingter Pause manche Fans besonders intensiv Lust verspürten, zu "feiern", was übermäßiger Alkoholkonsum bedeutet. Aber dies unkontrolliert in den Zügen der DBB?


08 Jun 2022
Bewertung des Verbrauchers

Problem Ungelöst

Zukünftige Geschäfte mit der Marke?

Ich bin sehr enttäuscht von der deutschen Bahn, nicht einmal der KUnden-(reklamations)-service funktioniert. Das nächste mal werde ich statt eines Beschwerdebriefes gleich einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben. Aber ich hoffe dass es dazu keinen Anlaß mehr geben wird.

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