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1 Reklamation

Deutsche Bahn - Unzumutbare Zustände im Zug

  • 17 Okt 2022
  • #429309
  • 29

Unsere Familie (4 Erwachsene, also Großeltern, Eltern - und ein Kleinkind von 2 Jahren) hatte eine Urlaubsfahrt gebucht mit dem ICE 78 am 8.10.22 um 9.16 Uhr von Mannheim Hbf nach Hamburg Hbf mit Umstieg in Hamburg Richtung Flensburg.
Wir hatten im Familienbereich gebucht, wo wir eine kindgerechte Umgebung erwartet haben. Es war jedoch alles andere als das.
Der Zug war voll mit Fußballfans (Kaiserslautern), die Richtung Hamburg unterwegs waren, und deren Alkoholspiegel im Laufe der 6 stündigen Fahrt (da 1 1/2 Stunden Verspätung) stetig stieg. Sie hielten sich überall im Zug auf, jedoch besonders konzentriert in der Nähe des BordBistros, direkt beim Familienbereich.
Bistro und Restaurant waren um 9.40 Uhr schon fast ausverkauft. Die Wege dahin und Richtung Toiletten/Wickelraum waren versperrt, man musste sich mit kleinen Kindern unter spöttischen Bemerkungen durchkämpfen.
Kinder mussten besänftigt und mit Kopfhörern (falls vorhanden) abgelenkt werden, da die Fans immer lauter wurden. Sie spielten laute Musik ab, sangen dazu, ja, schrien teilweise ihre Fußballparolen.
Dadurch war es unmöglich, die Durchsagen zu hören, die aber für uns sehr wichtig waren, weil wir unsicher waren, wie es sich mit dem Umsteigen in Hamburg verhielt. Obwohl auf der Fahrkarte Hamburg Hbf als Umstiegsort angegeben war, mussten wir mit der S-Bahn nach Altona fahren, um dort in den Regionalzug nach Flensburg zu wechseln. Wir wollten das Bordpersonal fragen, es kam jedoch auf der gesamten Fahrt kein einziger Bahnbediensteter an unserem Platz vorbei, bei dem man sich beschweren und/oder nach alternativen Weiterfahrmöglichkeiten erkundigen konnte. Überhaupt hatte man das Gefühl, das Bordpersonal hatte sich vollkommen zurückgezogen. Der Zug war fest in der Hand der schreienden, pöbelnden Fußballfans, die sich immer mehr ausbreiteten.
Wir fühlten uns von der Bahn als Familie komplett im Stich gelassen. Wir mussten selbst versuchen, die Fans freundlich zu „bitten“, leiser zu sein, was natürlich kaum Erfolg hatte.
Die Fürsorgepflicht der Bahn für ihre Reisenden wurde hier in keinster Weise erfüllt.
Übrigens: da die Fans ständig Bierflaschen in der Hand hatten, trugen sie natürlich keine Masken. Wir dagegen saßen brav mit Masken auf unseren Plätzen, beruhigten unser verängstigtes Kind und fühlten uns immer mehr eingeengt und von der Lautstärke erschlagen.
Der Zug hatte um 12.30 Uhr schon 1 Stunde Verspätung, kam um kurz vor 15 Uhr in Hamburg Hbf an. Den Anschlusszug nach Flensburg hatten wir verpasst, mussten uns sehr beeilen, mit der S-Bahn nach Altona zu fahren und dort den nächsten Regionalzug zu bekommen.
Ein Video dokumentiert das Ganze.

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